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BESONDERES ERLEBNIS FÜR DENNIS JALE
Zeitung 2010/August
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Zum 33. Todestag stürmten Tausende Fans Graceland.
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Flirrende Hitze, das Thermometer zeigt 105 Grad Fahrenheit, über 40´Celsius. Seit zwei Stunden. Seit zwei Stunden starrt Kevin auf das Haus auf der anderen Straßenseite, in dem Elvis Presley 20 Jahre lebte. Der Schweiß rinnt ihm über das Gesicht, sieht aus wie Tränen. Und selbst wenn - es sind Freudentränen. Denn Kevin ist in Memphis und blickt auf Graceland. 'Endlich hab ich es geschafft', sagt der Mann aus Irland, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt und fast ebenso lang den King of Rock´n Roll verehrt.' ?Endlich bin ich bei der großen Elvis - Party.'
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Pilgerstätte Graceland. Geschätzte 20.000 aus aller Welt taten es Kevin letzte Woche gleich. Den um den 33. Todestag des Rocker - Königs am 16. August wurde wieder zur Elvis Week geladen. Und das heißt: Die Pilger strömen in Massen nach Graceland, auf das Anwesen des King, wo er auch begraben liegt. Sie veranstalten Tribute - Konzerte, laden zu Konferenzen, feiern Dance - Partys auf Raddampfern am Mississippi und bitten selbst Elvis´ letzten Friseur und einen Cousin zweiten Grades zu stundenlangen Autogrammstunden.
Der Höhepunkt aber ist ein Konzert, bei dem Original - Musiker des King auftreten und jedes Jahr einen Sänger wählen, der die Rolle des Unsterblichen einnehmen darf.
Und heuer - das ist die wahre Sensation - wurde ein Österreicher auserkoren. ![]()
wurde ins Mekka berufen, um beim Mega - Tribute die Hüften zu schwingen.
Und warum ein Österreicher, der noch dazu blond ist?
?Wir spielen mit keinen Sängern, die sich in weiße Jump Suits hüllen, die Haare auftoupieren oder gar Perücken tragen, nur um Elvis zu kopieren. Wir suchen professionelle Interpreten, die ihr eigenes Ding machen und musikalische Höchstleistungen bringen', sagt Elvis - Gitarist James Burton.

Der Grammy - Gewinner, der längst Mitglied in der Rock´n Roll Hall of Fame ist, acht Jahre mit Elvis tourte und bei den legendären Konzerten in Hawaii und im Madison Square Garden dabei war, hat Dennis Jale in Wien kennen gelernt.' Er kam nach einer Show hinter die Bühne, hat sich vorgestellt und uns eingeladen, mit ihm zu spielen.'
Das war 2002. Seit damals gastiert die Original Band der King alljährlich im Jänner im Wiener Metropol oder in der Stadthalle und verursacht ausverkaufte Shows mit Las - Vegas Feeling.' Es war also höchste Zeit, Dennis auch einmal zu uns in die Staaten einzuladen', sagt Burton, 'und ihm einen Gastauftritt in Elvis´ Heimatstadt zu ermöglichen.'
Und was sagt der Auserwählte zu dieser Ehre:' Für mich geht ein Traum in Erfüllung, auch wenn die Anspannung natürlich enorm war. Schließlich sind Elvis - Fans sehr kritisch, wenn es um die Musik ihres Idols geht, und als Europäer hat man es da nicht gerade leichter.' Doch alles ging gut. Die Pettycoats kreisten, die Haartollen schwangen, die Damenwelt kreischte.

Ruhe kehrt in Graceland erst wieder am Abend des 15. August ein. Da versammelt sich die Fan - Gemeinde in stiller Eintracht vor den Toren Gracelands, zündet Kerzen an und gedenkt in Andacht, eingehüllt von Gospel - Songs, des Verblichenen.' Es ist mehr als nur die Musik', sagt Kevin, den wir an diesem Abend wieder sehen.' Sieh dich um, hier stehen Menschen aus aller Welt, Moslems und Juden, Schwarze und Weiße. Sie alle verbindet das Charisma und die Musik von Elvis Presley. Das hat noch nie ein Entertainer vor ihm geschafft - und keiner nach ihm wird es jemals schaffen.'
CHRISTOPH BACHER, MEMPHIS